DER „TYPISCHE WEG“ in der Strahlentherapie
Fast unabhängig von der jeweiligen Erkrankung gibt es in der Strahlentherapie einen „typischen Weg“ für jeden Patienten.
Dieser Weg umfasst folgende „Stationen“:
- Die Patientenaufnahme und Aktenanlage
- Das Aufklärungsgespräch
- Die Bestrahlungsplanung / Simulation / Ersteinstellung
- Die Bestrahlung
- Das Abschlussgespräch
- Die weiteren strahlentherapeutischen Verlaufskontrollen
Im Folgenden wollen wir Ihnen jeden Schritt etwas näher erläutern.
1. Die Patientenaufnahme und Aktenanlage
In der Regel hat Ihr Haus- oder Facharzt bei uns einen festen Termin für ein erstes Gespräch vereinbart. Häufig wird aber auch schon während eines stationären Aufenthaltes ein solcher Termin in unserer Ambulanz vorgemerkt.
Bitte bringen Sie zu diesem Termin Zeit und folgende Unterlagen mit:
- Aktuelle Arztbriefe
- ggf. OP-Berichte
- ggf. Histologische Befunde
- Befundberichte der aktuellen Bildgebung (Röntgen, CT, Kernspin, Sonographie)
- Kopien oder Originale der aktuellen Bildgebung (Röntgen, CT, Kernspin)
- Aktuelles Labor mit Tumormarkern
- Medikamente, die Sie zur Zeit einnehmen
- Versichertenkarte
- aktuellen Überweisungsschein
Die Vollständigkeit dieser Unterlagen erleichtert und beschleunigt das weitere Vorgehen.
Sollten Berichte oder Befunde fehlen, werden wir diese, mit Ihrem Einverständnis, anfordern.
Neben allgemeinen und spezifischen Angaben zu Ihrer Person fragt Sie unser Team in der Anmeldung auch, an wen wir unsere Briefe nach Abschluss der strahlentherapeutischen Behandlung versenden sollen und ob eventuell auch Sie ein Exemplar erhalten möchten.
Mit all diesen Informationen und Unterlagen legen wir Ihre persönliche Behandlungsakte an, die dann an den Sie betreuende(n) Arzt/Ärztin gereicht wird.
2. Das Aufklärungsgespräch
Vor Beginn der Bestrahlung erfolgen ein und bei Bedarf auch mehrere Aufklärungs- und Informationsgespräche. Dieses Aufklärungsgespräch ist für uns sehr wichtig. Hier erfahren wir, welche Hoffnungen und Erwartungen - vielleicht auch Ängste - Sie mit der anstehenden Strahlentherapie verbinden und ergänzen die uns aus den Vorbehandlungen übermittelten oder von Ihnen mitgebrachten Befunde und Entlassbriefe (z.B. vorherige Chemotherapien oder Strahlentherapien).
Inhalte dieses Aufklärungsgespräches sind unter anderem der Grund für eine Bestrahlung ( = Indikation), Informationen über den Krankheitsverlauf mit und ohne Strahlentherapie, mögliche Behandlungsalternativen und vor allem typische oder eher seltene Risiken und Nebenwirkungen.
3. Planung und Simulation
Das Ziel der Strahlentherapie ist eine maximale Vernichtung der Tumorzellen bei optimaler Schonung des gesunden Gewebes. Hier bedarf es einer besonders sorgfältigen und technisch aufwendigen Bestrahlungsplanung.
Hierzu wird häufig eine spezielle Computertomographie oder Kernspintomographie der Tumorregion angefertigt. Diese dient zur präzisen Berechnung eines für Sie individuellen Bestrahlungsplans mit den jeweiligen Bestrahlungsfeldern. Dieses ist ein hochkomplexer Prozess, der häufig mehrere Tage Arbeit für Physiker und Mediziner bedeutet. Im Anschluss daran werden die geplanten Bestrahlungsfelder auf der Haut markiert. Erst wenn alle Bestrahlungsfelder aus allen Winkeln exakt "passen" wird das "okay" für die Bestrahlung gegeben.
Wozu sind die Markierungen auf der Haut?
Die Bestrahlung muss genau auf den Krankheitsherd gerichtet sein und darf so wenig wie möglich gesundes Gewebe erreichen.
Dazu werden die Bestrahlungsgebiete durch Röntgenaufnahmen mit oder ohne Kontrastmittel genau lokalisiert. Diese Feldgrenzen werden dann auf die Haut gezeichnet und dürfen während der Behandlung auf keinen Fall weggewischt werden.
4. Bestrahlung
Die erste Bestrahlung ist für manche Patienten mit heftigem "Lampenfieber" verbunden. Sie werden jedoch sehr schnell merken, dass nichts Schmerzhaftes oder Bedrohliches geschieht, und Sie können dann die weiteren Sitzungen entspannter absolvieren. Im Verlauf der meist mehrwöchigen Bestrahlungstherapie mit in der Regel 5 Bestrahlungen pro Woche, von Montag bis Freitag, werden Sie regelmäßig von unseren Medizinisch-technischen Assistentinnen (MTA) und dem Sie betreuenden Arzt nach Ihrem Befinden gefragt.
Wie lange dauert die Behandlung?
Um eine Behandlungswirkung zu erzielen, muss eine bestimmte Menge an Strahlen (=Strahlendosis) gegeben werden. Diese Dosis ist nicht für alle Krankheiten gleich und muss für jeden individuell errechnet werden. Eine bestimmte Dosis pro Tag und pro Woche darf nicht überschritten werden, da sonst die Nebenwirkungen stark zunehmen würden. Die tägliche Bestrahlungszeit beträgt nur wenige Minuten.
5. Abschlussgespräch
Am Ende der Bestrahlungsserie erfolgen ein Abschlussgespräch und eine Abschlussuntersuchung. Wir überprüfen die Nebenwirkungen der Strahlenbehandlung und besprechen notwendige Verhaltensmaßnahmen und das weitere Vorgehen.
Besonders wichtig ist die Nachsorge bei Ihrem Haus- oder Facharzt.
6. Strahlentherapeutische Verlaufskontrollen
Da Reaktionen auf die Strahlentherapie auch noch nach längerer Zeit auftreten können, ist Ihr Strahlentherapeut daran interessiert, Sie in vereinbarten Zeitabständen wieder zu sehen. Diese Abstände werden im Laufe der Zeit, in Abhängigkeit vom Krankheitsverlauf, immer länger.



