Was ist Strahlentherapie

Einführung

Die meisten Menschen verknüpfen mit Strahlen etwas Unheimliches oder Bedrohliches. Jeder Strahlentherapeut, der Tumorpatienten behandelt, macht täglich die Erfahrung, dass viele Patienten mit falschen Vorstellungen, oft auch mit Vorurteilen, zur Strahlentherapie kommen. Viel zu wenig ist der Öffentlichkeit dabei bewusst, dass zahllose Menschen, die eine Krebserkrankung überstanden haben, ihr Leben dieser Behandlung verdanken.
Wenn Sie oder ein Mitglied Ihrer Familie zur Bestrahlung überwiesen werden, tauchen viele Fragen auf, die den Einzelnen meist völlig unvorbereitet treffen.

Der folgende Text soll Ihnen helfen, Ihre Fragen zu beantworten. Bestehen dann immer noch Unklarheiten, wenden Sie sich einfach an uns. Wir haben immer ein offenes Ohr für Ihre Fragen oder Probleme.

 

Warum Strahlentherapie?

Unser Körper besteht aus vielen Millionen Zellen, die sich nach bestimmten Regeln immer wieder erneuern. Geraten diese Regeln – aus welchen Gründen auch immer – durcheinander, kommt es zu einem unkontrollierten Wachstum und damit zur Bildung einer Geschwulst. Geschwülste können gutartig oder bösartig sein. Die bösartigen werden im Volksmund Krebs genannt, ohne Unterschied, ob sie lebensbedrohlich oder heilbar sind, oder von welchen Organen sie ausgehen.

Solche Geschwülste können durch Chirurgie, Chemotherapie und Radio- oder Strahlentherapie behandelt werden. Chirurgie ist die Behandlung durch den Operateur, Chemotherapie ist die Behandlung mit Medikamenten, Radio- oder Strahlentherapie mit energiereichen Strahlen.

Jede dieser Methoden kann allein oder kombiniert, je nach Art und Wachstumsrichtung des Krankheitsprozesses, eingesetzt werden.

 

Was ist Strahlentherapie?

Erst seit Ende der achtziger Jahre gibt es die Bezeichnung "Facharzt für Strahlentherapie". Davor gehörte die Strahlentherapie zum Bereich der Radiologie.

In den letzten Jahrzehnten war die Strahlentherapie Gegenstand intensiver Forschung von Medizinern, Biologen und Physikern und erfuhr so eine rasante Weiterentwicklung wie kaum eine andere medizinische Disziplin.
Grundlage der Strahlentherapie ist die Anwendung von Strahlen.
Strahlen sind elektromagnetische Wellen, wie wir sie als Radiowellen, Licht oder in der Röntgendiagnostik als Röntgenstrahlen kennen.
Die Strahlen in der Strahlentherapie unterscheiden sich von den vorgenannten "nur" in der Energie und Wellenlänge.
Verschiedene Krankheiten erfordern verschiedene Strahlenarten, je nachdem wo und wie tief der Krankheitsherd im Körper liegt.

 

Ist die Strahlentherapie schmerzhaft?

Nein. Die Strahlen kann man weder sehen, hören, noch fühlen. Geräusche während der Bestrahlung kommen entweder von dem Bestrahlungsgerät oder aus der Umgebung.

 

Kann man durch die Bestrahlung radioaktiv und damit gefährlich für andere werden?

Nein. Bei der Bestrahlung von außen (perkutan, d.h. durch die Haut) hört die Strahlung mit dem Abschalten des Gerätes auf. Die Bestrahlung von innen (Brachytherapie) mit radioaktiven Substanzen wird entweder durch die Entfernung der Substanz gestoppt oder die Strahlung hört nach einer bestimmten Zeit von alleine auf (wie zum Beispiel die Seedtherapie in der Behandlung des Prostatakrebses).

 

Wie wirkt die Strahlentherapie?

Im Innern jeder Zelle befindet sich als "Kommandozentrale" der Zellkern. In ihm liegen auf zwei schraubenförmig verdrehten Eiweißsträngen (DNS) sämtliche Erbinformationen unseres Körpers. Hier setzt die Strahlung an. Sie verändert die Struktur dieser Eiweißstränge, so dass die Zelle ihre Fähigkeit zur Zellteilung verliert oder direkt abstirbt. Diese Zellschädigung ist aber im Tumor wesentlich ausgeprägter als im gesunden Gewebe, da das gesunde Gewebe, im Gegensatz zum Tumorgewebe, eine besondere Fähigkeit zur Reparatur dieser Schädigungen hat.

Diesen Unterschied im Reparaturvermögen macht man sich durch die Aufteilung der gesamten Strahlendosis auf einzelne Portionen zunutze, die man als Fraktionen bezeichnet. Die jeweilige Dosis pro Fraktion (Sitzung) wird so gewählt, dass sich das gesunde Gewebe meist wieder erholt, während die Krebszellen hierdurch stärker geschädigt werden. Dieses wiederholt man so lange, bis die Grenze der Verträglichkeit des gesunden, den Tumor umgebenden Gewebes erreicht ist oder der Tumor maximal geschädigt oder zerstört ist. Die Strahlenwirkung am Erkrankungsort beginnt in der Regel erst nach 2-3 Wochen, sie hält jedoch auch nach Abschluss der Behandlung noch mindestens 2-6 Wochen an.



Praxis für Radioonkologie
und Strahlentherapie
im Knappschaftskrankenhaus

Dr. med. Heinz-Georg Wehmeyer
Facharzt für Strahlentherapie
Facharzt für Diagnostische Radiologie

Dorstener Straße 151
45657 Recklinghausen

Telefon 02361 56-3939
Telefax 02361 56-3940

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